Willkommen zur Zukunft Hanaus

Mitmachen. Mitdiskutieren. Mitgestalten.

Wie soll unsere Stadt in Zukunft aussehen?
Wie wollen wir in Hanau leben, arbeiten, lernen?

Zwei konkrete Anlässe machen den Prozess Zukunft Hanau erforderlich: Zum einen wird Hanau im Jahr 2020 eine Großstadt mit 100.000 Einwohnern, zum anderen ist die Kreisfreiheit, also die Unabhängigkeit vom Main-Kinzig-Kreis, angestrebt. Beides stellt Hanau vor Herausforderungen, beides bietet enorme Chancen.

Um den Wachstumsprozess zu gestalten, setzt Hanau auf Dynamik, auf einen ergebnisoffenen Beteiligungsprozess, der ständig im Fluss ist – und der immer wieder Ergebnisse mit der Öffentlichkeit spiegelt. Wie soll unsere Stadt in Zukunft aussehen? Wie wollen wir in Hanau leben, arbeiten, lernen? Mit diesen und vielen weiteren Fragen rund um die Stadtentwicklung beschäftigt sich der Prozess Zukunft Hanau – ein Prozess, der mit dem Zukunfts-Wochenende seinen offiziellen Anfang nimmt.

 

 

Hanau fit für die Zukunft machen

Handlungsfelder für Strategien und Maßnahmen

Zukunft tragfähig zu gestalten ist eine umfassende Aufgabe, die nur gelingen kann, wenn sinnvolle Schwerpunkte gesetzt werden. Um den Prozess zu strukturieren und den Dialog innerhalb der Stadtgesellschaft steuern zu können, wurden deshalb acht Handlungsfelder definiert. So kann der aktuelle „Stand der Dinge“ in einem Themenbereich wiedergeben und zu ihnen gehörende Herausforderungen besser verdeutlicht werden.

 
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Megatrends

Warum heute morgen denken?

Welche Herausforderungen und Fragestellungen - von der Demografie über den Klimawandel bis hin zu Veränderungen in der Wirtschaft und in der Kultur - wirken auf Hanau ein? Wie wird sich unsere Stadtgesellschaft verändern, welche Herausforderungen, Chancen und Entwicklungspotenziale aber auch Risiken hält die Zukunft für uns bereit? Um einer Beantwortung dieser wichtigen Fragen der Stadtentwicklung näher zu kommen, haben wir uns mit diversen Megatrends auseinandergesetzt. Dies soll uns helfen, die vielseitigen Aspekte mit Blick auf ihre mittel- und langfristigen Auswirkungen besser antizipieren zu können.

 
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Demographischer Wandel

Die geburtenstarken Jahrgänge, die sogenannten Babyboomer, werden älter, insgesamt steigt die Lebenserwartung und es liegt auf der Hand, dass der Anteil älterer Menschen in der Gesellschaft deutlich steigen wird. Ältere Menschen haben andere Bedürfnisse als jüngere; vor allem, weil sie nicht mehr so mobil sind, müssen Lebensmittelläden, Ärzte, Apotheken und auch Haltestellen von Bus und Bahn in der Nähe sein, Stichwort. „Stadt der kurzen Wege“. Je „älter“ eine Stadt wird, desto mehr schrumpfen aber auch ihre Möglichkeiten, sich wirtschaftlich zu entwickeln – und darüber wiederum zu dem Wohlstand zu gelangen, der diese „Stadt der kurzen Wege“ gewährleisten kann. Hanau gehört zum Glück zu den Städten, die in den kommenden Jahren stark wachsen wird: Schon im kommenden Jahr wird sie voraussichtlich mehr als 100.000 Einwohner haben und damit eine Großstadt werden. Eine wachsende Stadt beugt den Gefahren einer alternden Stadt vor. Dennoch müssen für die Zukunft Mittel und Wege gefunden werden, um älteren Menschen das Leben in Hanau noch einfacher zu machen und um noch mehr junge Familien und Arbeitskräfte in die Stadt zu holen.


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Gesundheit

Nicht krank sein ist das eine. Das andere ist es, die Gesundheit zu erhalten, Sport zu treiben, um das Wohlbefinden zu erhöhen und länger fit zu bleiben und insgesamt in einem gesundheitsfördernden Umfeld zu leben. Vitalität und Fitness sind die Schlüsselwörter, die für Lebensqualität und Leistungsfähigkeit stehen. Wie kann es eine Stadt wie Hanau schaffen, ihren Einwohnerinnen und Einwohnern dieses gesundheitsfördernde Umfeld dauerhaft zu bieten? Grünanlagen für Erholung und Sport, die Reduzierung von gesundheitsschädlichen Emissionen, gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen – all das und viel mehr muss in eine zukunftsgerichtete Stadtentwicklung einfließen.


Individualisierung

Gerade Städte einer gewissen Größe bieten ihren Bürgerinnen und Bürgern vielfältigste Möglichkeiten, einen individuellen Lebensentwurf zu realisieren. „Normale“ Biographien ohne Umwege sind mehr oder weniger „out“. Immer mehr Menschen versuchen, ihr Leben nach eigenen Vorlieben zu leben. Das ist umso mehr der Fall, je besser sie gebildet sind und je höher das Einkommen beziehungsweise das Vermögen ist, über das sie verfügen. Städte wiederum können von der Kreativität und Vielfalt ihrer Einwohnerinnen und Einwohner mit unterschiedlichsten Lebensentwürfen profitieren. Die Herausforderung für eine Stadt besteht darin, ihren Bürgerinnen und Bürgern genau das an besonderen Gütern, Events und Gemeinschaften zu bieten, was sie sich in einer für sie attraktiven Stadt wünschen – einer Stadt, in der sie sich entwickeln und entfalten können. Auf der anderen Seite darf sich eine Stadt aber auch nicht zu sehr auf Einzelbedürfnisse ausrichten. Sie muss dafür Sorge tragen, dass die Stadtgesellschaft sozial und kulturell nicht auseinanderfällt.


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Ungleichheit

Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende, Menschen mit Migrationshintergrund – sozial benachteiligte Menschen sind gerade in Städten stark vertreten. Die Schere zwischen Arm und Reich ist in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter auseinandergegangen, das geht auch an Hanau nicht spurlos vorbei. Ungleichheit innerhalb einer (Stadt)Gesellschaft bedroht den Zusammenhalt der Bürgerinnen und Bürger untereinander und ebenso die politische Stabilität. Eine zukunftsfähige Stadt muss der sozialen und auch kulturellen Spaltung entgegenwirken, um mögliche Konflikte soweit wie möglich zu verhindern.

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Digitalisierung

Digitalisierung bedeutet viel mehr  als nur Internet- und Smartphone-Nutzung. In der Wirtschafts- und Arbeitswelt. In der Öffentlichkeit und im Privatleben – in allen Lebensbereichen vollziehen sich in großer Geschwindigkeit Veränderungen, die mit der digitalen Revolution einhergehen. Künstliche Intelligenz, autonom fahrende Autos, Smart Home – all das ist Digitalisierung. Für Städte eröffnet der digitale Wandel aufregend neue Möglichkeiten: bei der Infrastruktur, der Bildung, der Stadtentwicklung, bei Bürgerbeteiligung oder bei der Wirtschaftsförderung. Alles lässt sich mit allem verknüpfen. Digitalisierung erleichtert Prozesse und macht sie effektiver. Das wiederum erleichtert das Leben der Stadtgesellschaft.


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Globalisierung/Urbanisierung

Weltweit nehmen die Verflechtungen in der Wirtschaft, in der Politik, in der Kommunikation zu. Globalisierung ist das Stichwort, das diese Verflechtungen von Gesellschaften, Institutionen und Staaten beschreibt. Zu spüren bekommen das auch die Städte: Sie werden – neben ihren regionalen und nationalen Beziehungen – von ihren vielfältigen internationalen Verbindungen geprägt. Globalisierung bringt mit sich, dass Menschen verstärkt in Städte ziehen, da hier alle Fäden zusammenlaufen. Hanau kommt diesbezüglich eine besondere Bedeutung zu: als Scharnier zwischen der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main und den ländlichen Regionen. Gleichzeitig stellen Globalisierung und Urbanisierung eine Stadt vor neue Herausforderungen, zieht sie doch auch Menschen aus anderen Kulturkreisen an. Kulturelle Vielfalt belebt eine Stadt und macht sie interessanter, sie kann aber auch dazu beitragen, Ungleichheiten zu verstärken.


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Klimawandel

Es besteht kein Zweifel: Die gravierenden Veränderungen des Klimas machen sich nicht nur global bemerkbar, sie führen auch auf lokaler Ebene zu Herausforderungen. So müssen Städte wie Hanau auf der einen Seite einen Beitrag zur Erreichung von Klimaschutzzielen leisten und auf der anderen Seite Maßnahmen ergreifen, um sich auf veränderte Umweltbedingungen anpassen zu können. Es geht darum, Alternativen zum herkömmlichen Autoverkehr zu finden, um CO2-Emissionen zu reduzieren. Es geht darum, die Energieeffizienz von Gebäuden zu erhöhen, es geht darum, allgemein mehr Bewusstsein für die Herausforderungen zu schaffen. Mit Blick auf die zunehmend ex-
tremen Wetterlagen – mehr Sommerhitze, mehr Unwetter, mehr Trockenheit –
lautet eine der zentralen Fragen: Wie lässt sich Hanau „wetterfest“ machen, damit die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger erhalten bleibt?