Kreisfreiheit

 

Zum 1. April 2021 will sich Hanau vom Main-Kinzig-Kreis loslösen, sprich: kreisfrei werden. Schon jetzt ist Hanau die größte Kommune in Hessen, die einem Kreis angehört. Voraussichtlich 2020 wird es zudem die 100.000-Einwohner-Grenze zur Großstadt erreichen. Zweck der Kreisfreiheit ist es, vor Ort autark zu sein und eigenverantwortlich handeln zu können – in der Stadtpolitik und in der kommunalen Selbstverwaltung. Hanau möchte seine Belange in Sachen Daseinsvorsorge und Infrastruktur künftig nicht durch den Kreis in Gelnhausen entscheiden lassen, sondern wohnort- und bürgernah selbst regeln. Besonders für den jetzt beginnenden Prozess, Hanau für die Zukunft weiterzuentwickeln, ergeben sich aus der Kreisfreiheit neue Möglichkeiten, Potenziale auszuschöpfen. Vom Sozialamt über das Rettungswesen, den Katastrophen- und Immissionsschutz, die Abfallwirtschaft oder das Gesundheitswesen können so Synergien und passgenaue Konzepte für die Bedarfe in der Stadt geschaffen werden.

Die Kreisfreiheit stärkt Hanaus Position im kommunalen Wettbewerb um Bürgerinnen und Bürger, Arbeitsplätze, Unternehmen, Kundinnen und Kunden und vieles mehr. Als kreisfreie Stadt kann sich Hanau auch schneller um spezifische Förderungen aus Landes- und Bundesmitteln sowie aus Fördertöpfen der Europäischen Union bewerben. Im Handlungsfeld Kreisfreiheit dreht es sich unter anderem um konkrete Möglichkeiten und Projekte, um zum Beispiel gezielte Strukturpolitik betreiben zu können oder auch eine positive Stadtidentität zu entfalten.

 
Nicolas Kremershof