"Im Herzen der Stadt angekommen“

Rund 500 Menschen beteiligten sich in Hanau beim ersten CSD in der Stadt.

Das ist ja wie in Frankfurt! Das interessiert mich“, sagte die mittelalte Frau zu ihrer Begleitung und schob das Fahrrad an die Seite, um sich ein Bild zu machen. In Hanau feierten am Samstag laut Ordnungsamt rund 500 Menschen in einem langen Umzug durch die Innenstadt den ersten Hanauer Christopher Street Day (CSD) - 50 Jahren nach den gewalttätigen Polizeirazzien im Schwulenlokal Stonewall Inn in der Christopher Street im New Yorker Stadtteil Greenwich Village. Zur Erinnerung an den 28. Juni 1969 gibt es seitdem in vielen Städten der Welt alljährlich die friedliche Parade CSD - und nun auch in Hanau. Bereits in den Tagen zuvor hat der CSD Hanau ein umfangreiches Programm aus Unterhaltung, Lesung und Diskussion über Homosexualität, etwa an einer Schule, auf die Beine gestellt. Die Parade, begleitet von reichlich Stadtprominenz aus der Politik, bildete den Abschluss.

„Vielfalt, eine bunte Stadt und Toleranz, dass ist es, was wir heute und in Zukunft wollen“, rief Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) bei der Kundgebung am Freiheitsplatz.

(…) Daher sei auch der Stopp für die CSD-Kundgebung nicht zufällig vor dem Finanzamt gewählt worden. „Dieser Ort hat eine schlimme Geschichte.“ Während des Dritten Reichs habe die Gestapo dort Menschen wegen ihres Anderssein in Arrest genommen und gefoltert. Kaminsky appellierte an das zahlreiche Publikum, Courage gegenüber Intoleranz zu zeigen. „Auch eine noch so dämliche Schote, muss Widerspruch erhalten.“

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Quelle: https://www.fr.de/rh